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Manche Menschen bleiben mir unvergessen. Dazu zählt eine Frau, die vor einiger Zeit mit weit über neunzig Jahren verstarb. In vielem war sie mir Vorbild. Sie hatte ihre Grundsätze und ihren Witz. Sie hatte ihre unverkennbare Redeweise in gestochenem Deutsch mit russischem Akzent aus ihrer frühen Kindheit. Wenn ich sie anrief, dann wartete ich immer schon auf ihre Gesprächseröffnung. Sie sagte niemals ihren Namen am Telefon, aber immer den unverkennbaren Satz: „Ich höre…“.
Und dann hörte sie wirklich zu. Auch in Gesprächen wollte sie zu hören. Wenn jemand undeutlich sprach oder zu leise redete, konnte es sein, dass sie uns unterbrach und sagte: „Herrschaften, ihr müsst lauter sprechen, wenn ich euch verstehen soll.“ Sie wollte hören und den Gesprächsinhalt mit bekommen und aufnehmen.
„Ich höre!“ Vielfach sieht das bei mir ganz anders aus. Ich gefalle mir eher im Sprechen und im Machen, statt im Hören und Aufnehmen. So verkenne ich manchmal, dass andere und vor allem auch Gott mir etwas zu sagen haben. „Ich höre!“
Gebet kommt aus der Einbahnstraße heraus, wenn ich erwarte, dass Gott mit mir den Dialog aufnimmt und ich ihm sage: "Ich höre!"
Samuel hat damit lebensverändernde Erfahrungen gemacht, als er auf dem Tipp seines Mentors Eli hörte und Gottes Anrede mit dem Satz beantwortete:
„Rede, denn dein Knecht hört.“
Die Urlaubszeit steht vor uns und sie eröffnet uns viele Möglichkeiten. Sie bietet uns auch die Möglichkeit, uns neu auf Gott einzuhören: Zunächst fernab vom Telefongeklingel im Büro und den hektischen Abläufen unseres Familienlebens sowie des Schulstresses. Da können wir ein vernünftiges Maß finden, das danach auch alltagstauglich ist und uns hörbereit hält.
Ich lade Sie ein, Gott zu sagen: „Ich höre“. Damit wünsche ich Ihnen erlebnisreiche Wochen mit viel Gewinn für Ihren Alltag.
Ihr Matthias Czekalla |