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Christian Kupfer? Wer ist das denn?

Jeder Mensch ist normal, bis man ihn kennen lernt, lautet ein Buchtitel. Und wer oder wie bin ich?

Der Apostel Paulus schreibt einmal: „Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin.“ (1. Korintherbrief 15,10). Das gilt auch für mich, obwohl meine Geschichte mit Gott natürlich völlig anders ist als die von Paulus. Aber Gottes Gnade hat mich zutiefst geprägt. Zum Beispiel durch mein Elternhaus. Meine Eltern waren engagierte Christen und haben mich in die Gemeinde mit hineingenommen. In mir ist so ein Grundvertrauen in einen fürsorglichen Gott gewachsen, das mich seitdem trägt. Es ist prägend zu wissen, dass der Gott, mit dem ich durch Jesus verbunden sein darf, mich leitet, mir vergibt, mir etwas anvertraut und zutraut. Als Teenager hat mir Gott dann wertvolle Freundschaften und Erfahrungen geschenkt, dich mich gestärkt, aber mir auch meine Grenzen aufgezeigt haben. Schöne Zeiten mit viel Singen, Planen, Lesen, Ausprobieren.

Da mich der Religionsunterricht auch intellektuell herausgefordert hat, begann bei mir ein großes Interesse an der Theologie, das seitdem nicht mehr aufgehört hat. Mein Studium in Gießen, Marburg und Ewersbach und meine Doktorarbeit an einer niederländischen Universität waren auch solche Erfahrungen der Gnade. Es ist ein Luxus, sich so viele Jahre mit Gott, seinem Wort und vielen historischen und aktuellen Konzepten zu beschäftigen. Aber diese Zeit des Lernens und Forschens haben mir auch den Reichtum vor Augen geführt, den Gott uns anbietet. Als Pastor bin ich später mit sehr verschiedenen Problemen konfrontiert worden und habe immer wieder gemerkt, dass dieser Schatz eine große Hilfe ist, Antworten und Impulse für neue Lebenssituationen zu finden. Gottes Geist öffnet uns die Augen und Ohren. Auch dadurch hat mich Gottes Gnade geprägt.

Gnade, die mich prägt, war und ist es auch immer, dass ich als Pastor mit Menschen unterwegs sein darf. So darf ich miterleben, wie Gott Menschen beschenkt, trägt, aber auch herausfordert. Gerade die Krisenzeiten werfen ein neues Licht darauf, was es bedeutet, aus der Gnade zu leben. Das gilt auch für die Leitungsaufgaben einer Gemeinde. Allzu gerne würden wir geistliches Wachstum und ein begeisterndes Gemeindeleben organisieren. Wir können im gemeinsamen Hören auf Gott unsere Aufgaben und Chancen erkennen. Was er dann daraus macht, bleibt Gnade. In 17 Jahren intensiver Gemeindeerfahrung habe ich manchmal darunter gelitten, dass wir geistlichen Segen nicht selber in der Hand haben. Aber wir können Weichen stellen und getrost abwarten, wie Gott handeln wird.

Und dann ist es natürlich eine gnädige Herausforderung in einer großen, lebenslustigen Familie zu leben! Man lebt intensiver! Das gilt zwar auch für die Zeiten der Überforderung, aber – Gott sei Dank! – erst recht in den Zeiten des großen Glücks!

Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin!

Dr. Christian Kupfer

 Bildquelle: Dr. Christian Kupfer

 

Herzliche Einladung zum Einführungsgottesdienst am
Sonntag, 8. November um 15 Uhr in unserem Gemeindehaus!“